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Zweiter Abend der besonderen Begegnung am 10.02.2018 in der KO Gera des BSVT e.V.

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete die KO Gera des BSVT e.V.in Zusammenarbeit mit dem Theater Altenburg/Gera einen Abend der besonderen Begegnung.
Diesmal zu Gast in der KO Gera am Markt 5/6 waren Frau Barbara Altenkirch, die Marketingchefin des Theaters Altenburg/Gera, und der Schauspieler Johannes Emritch sowie Marcel Hilbert von der OTZ.
Die 15 Anwesenden – Mitglieder der KO Gera des BSVT e.V. und deren Begleitung sowie Gäste - wurden zuerst mit einem Glas Sekt begrüßt und nach den einführenden Worten von Frau Altenkirch und dem Kreisvorsitzenden Herrn Schiedek, begann pünktlich um 19.30 Uhr die mit Spannung erwartete Lesung.
Der Schauspieler Johannes Emritch vom Theater Altenburg/Gera brachte das eindrucksvolle Lebenswerk von Stefan Zweig, „Die Schachnovelle“, den Anwesenden in einem intimen Rahmen zu Gehör.
Das letzte und zugleich bekannteste Werk „Die Schachnovelle“ schrieb Stefan Zweig zu Zeit des zweiten Weltkrieges zwischen 1938 und 1941 im brasilianischen Exil.
Im Buch werden die Ereignisse geschildert, die sich an Bord eines Passagierschiffes ereigneten, was sich auf dem Weg von New York nach Buenos Aires befindet. Dabei spielen im Wesentlichen drei Charaktere eine wesentliche Rolle: der unterdurchschnittlich gebildete Schachweltmeister Mirko Czentovic , der selbstbewusste Öl-Millionär McConnor sowie ein gewisser Dr. B., der mit seinen inneren Dämonen kämpft.
Spielt das Schachspiel am Anfang nur die Rolle einer bloßen Unterhaltung als elitärer Zeitvertreib für McConnor, so erhält es erst durch die Figur des Gefangenen Dr. B., der sich während seiner Haftzeit intensiv mit Schach beschäftigt hat, seine tiefere Bedeutung und wird für ihn als Segen und Fluch zugleich dargestellt. Auf dieser Schiffsreise wird die Konfrontation der psychischen Abgründe des Gefangenen Dr. B. mit der oberflächlichen Lebenswelt wohlhabender Reisender (Czentovic und MCConnor) von Stefan Zweig sehr überzeugend dargestellt.
Der Ölmillionär fordert den Schachweltmeister zu einer Partie Schach heraus und verliert diese. Bei der zweiten Partie wurde seine Niederlage durch den Gefangenen Dr. B. verhindert. Es kommt zum Remis. MCConnor gelingt es eine Partie zwischen dem Schachweltmeister und Dr. B., der seit 25 Jahren kein Schachbrett mehr angerührt hat und sich sein Wissen während einer 4monatigen Haftzeit erworben hat, zu organisieren. Er überredete Dr. B. gegen den Weltmeister Czentovic anzutreten. Diese Partie gewinnt er, denn während seiner Zeit in Haft hat er immer wieder in Gedanken alle möglichen Züge durchgespielt und so konnte er schon im Voraus sehr schnell die nächsten Züge planen.
Es sollte noch zu einer zweiten Partie der beiden gegeneinander kommen. Dabei nutzt Czentovic die innere Unruhe von Dr. B. aus, nimmt sich viel Zeit für die einfachsten Züge. Am Ende gewinnt er gegen Dr. B., da dieser die Kontrolle über seinen Körper verliert und immer mehr abgleitet in seinen Gedanken, was ihn dann zum endgültigen Aufgeben des Schachspielens veranlasst. Czentovic aber genießt seinen Sieg.
Diese 90 minütige Lesung war sehr ergreifend und Johannes Emritch gelang es, das Handeln der einzelnen Charaktere allen Anwesenden sehr gut zu Gehör zu bringen.
Nach der Lesung gab es noch einen kleinen Imbiss, bei dem sich die Anwesenden über das Gehörte austauschten.
Dabei war es interessant zu erfahren, dass das Schachspielen vorwiegend von Männern praktiziert wird, während Frauen zwar oftmals auch die Regeln kennen aber lediglich sehr selten Schach spielen. Von Johannes Emritch erfuhren wir, dass er selbst gegen seinen Großvater Schach spielte, sich dieses Werk zu Vorlesen aber hauptsächlich deshalb aussuchte, weil ihn das Thema Hochbegabung und Autismus, interessiert und Stefan Zweig mit diesem Werk eine gelungene Darstellung dessen gelungen ist. Gleichzeitig stellte es für Johannes Emritch eine Herausforderung dar, sich den langen und zum Teil schwer zu lesenden Sätzen zu stellen und die Worte Stefan Zweigs dem Publikum spannend zu Gehör zu bringen, was ihm exzellent gelungen ist.
Auch dieser zweite Abend der besonderen Begegnung war wieder sehr gelungen.
Claudia Karell

Johannes Emritch liest

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